Berichte

Das 24. Bergfahren in Cunewalde ist zur Landesmeisterschaft gewachsen

Geschrieben von Peter Hirsch und Ilka Herrmann, 12. Juni 2024   

Ehrung der Jugendfahrerinnen

Auch in diesem Juni war für alle Freunde des Radsports wieder mal der Czorneboh in Cunewalde zu bezwingen. Der Radsportverein Bautzen e. V. lud am 8. Juni 2024  zum Bergfahren ein. 98 Sportler waren dabei. Ein Rekordergebnis, erreicht mit Rekordaufwand.

 

Aber der Reihe nach. Im Vorfeld gab es riskante Entscheidungen zu treffen. Der regionale Lausitzcup möchte sich ab 2024 zum Größeren verändern, in dem Format mitzuhalten ist uns kaum möglich und eine kleine Kreismeisterschaft wäre ein Schritt in die Bedeutungslosigkeit. Also wurde es nötig, dass die Bautzener für ihr Bergfahren am Czorneboh einen neuen Rahmen finden. Die uns bekannt gewordene Suche nach einem Ausrichter für eine sächsische Landesverbandsmeisterschaft (LVM) Bergfahrern bot den an.

Allerdings ist es anspruchsvoll in dem durch die Gegebenheiten möglichen  Zeitfenster nur eines Vormittags die geforderten Rennen für 16 Klassen einer LVM einzuordnen. Da  war genau zu planen und  qualifizierte Zeitmesstechnik unverzichtbar.

 

Die Ersten, die die 4,25 km lange Strecke den Streitbuschweg hinauf zum Gipfel bezwingen durften, waren die Männer, U23, Junioren, die drei Mastersklassen und die Frauen. Alle durften in diesem Jahr die Strecke zweimal bewältigen. Die Zeitsumme sollte das Ergebnis sein. Das wurde einigen erst bei der Anmeldung klar und mit unterschiedlich großer Freude aufgenommen. Erst ab den Schülern U15 genügte eine gewonnene Fahrt – in einem ausreichend besetztem Feld - zum Titel.

Auch die jüngsten Fahrradfreunde kamen nicht zu kurz. Sie konnten beim kurzen Kinderrennen um den Schützenplatz in Cunewalde zeigen, was in ihnen steckt. Diesmal nicht zum Auftakt, sondern zwischen die ersten und zweiten Läufe der großen eingebettet.

Nach der Hälfte des Renntages waren die Sprintrennen für die Jahrgänge 2014 und 2015 eingeordnet.  Dabei war der Schützenplatz viermal zu umrunden. Das sind 1000m. Die Jüngeren hatten zwei Runden zu fahren. Diese Strecke wurde von der FFW Cunewalde abgesichert. Hoch konzentriert ging es diesmal auf die Strecke und sturzfrei ins Ziel.

In der Altersklasse U11 war Benni Herz aus Steinigtwolmsdorf der Schnellste. Das schnellste Mädchen war Pauline Graff von der Friedrich-Schiller-Grundschule Cunewalde. Bei den Jüngeren nahm Gustav Simm den Pokal mit Nachhause.

 Danach waren die Großen von ihrer ersten Bergfahrt zurück. Das Geschehen wechselte wieder zum Start am Streitbuschweg 2.

Gestartet wurden jetzt noch die Finalläufe in zehn Wellen.

Nach dem auch die Jugendfahrer und -fahrerinnen das erste Mal auf dem Czorneboh angekommen waren, konnten die Schüler sich beweisen. Bei der U 15 erreichte Hagen Breternitz  vom RSV Bautzen das Ziel als Dritter in einer Zeit von 12:03 min, 12 sek. nach dem Seriensieger Gerry Horn und Ben Mauersberger aus Markleeberg. Auch in der U 17 stand ein ansehnliches Feld am Start. Nach der Qualifikation ermittelten noch zehn den Meister. Max Ranfft aus Leipzig. Es wurde alles gegeben und hart gekämpft. Für die beiden Bautzener Rennneulinge waren die Plätze 8 und 10 das Ergebnis.

Weiter ging es mit den Masters 2, 3 und 4. Das sind alle Jahrgänge ab 1984 und älter. Hier hatte der RSV mit Lutz Baumgärtel und Silvio Hauschuld zwei Titel-Hoffnungsträger am Start. Es reichte für beide nicht ganz. Überboten wurden beide von dem BAUAF LAWI Duo Frank Kobel und M. Seifert deutlich und kamen mit 10 Sekunden Rückstand auf die Plätze drei und vier.

Leider zahlenmäßig dürftig besetzt waren die Rennen der Männer, Junioren und der Frauen. Bei den Männern könnte das Rennen als Landesmeisterschaft gelten, Alex Agierski schnappte im zweiten Lauf dem Clemens Kumpe (RSV) noch den Titel weg, nach Görlitz. Junioren waren zwei am Start, 40% der genannten Fahrer.

Das letzte Rennen des Tages startete Pünktlich 11:50 Uhr für die weibliche Jugend U17. Hanna Walter aus Fürstenwalde gewann den Siegerpokal, Sachsenmeisterin wurde die zweite Claire Tuchscherer vom Dresdener SC.

Die schnellste Zeit des Tages  fuhr der  U23-er Theo Primas im ersten Lauf mit 11:06,3 min, wurde allerdings im zweiten Lauf noch von Giovanni Schieder aus Burgstädt vom der Meisterehre verdrängt.

Die Siegerehrungen der Rennen fanden im Anschluss vor der Czorneboh Berggaststätte statt.

Danach ließen die Sportler und Helfer den Tag noch im Berggasthof in gemütlicher Runde ausklingen. Vielen Dank an Herrn Ladusch für die gute Bewirtung. Ebenfalls danken wir sehr dem Unterstützer Kleines Kulturhaus, unseren Dienstleistern vom ASB und ZPN, Kommissäre, den Sachpreisspendern und den Sponsoren der SachsenEnergie AG, der Kreissparkasse Bautzen und der Firma Elektro-Poick sowie der Gemeinde und FFW Cunewalde sowie dem Betonwerk Schuster für die auch tatkräftige Unterstützung.

 

Auswertend ist positiv anzumerken:

Der RSV mobilisierte bereits Freitagmittag viele Helfer zum Aufbau des Ziels und Vorbereitung der Strecke. So brauchte am Samstagmorgen nur noch die Anmeldung am „Kleinen Kulturhaus“ am Samstagmorgen hergerichtet und geöffnet werden. Vielen Dank an das Haus für die gute Unterstützung.

Der Streckenrekord von D. Slobodin von 2018, 10:48 min, blieb weiter bestehen und ist scheinbar nur bei Ostwind anzugreifen. Eine einheitliche Tendenz zu einem schnelleren ersten oder zweiten Lauf ist nicht erkennbar. Also wurde auch taktiert. Die Ergebnisreihenfolgen wurde nur bei den Elite Männern und den U23 im zweiten Lauf noch geändert.

                                                              

Negativ:

Weil wir nur für die Meisterschaftsrennen zum Nennungsschluss 109 Meldungen hatten, ließ uns das auf Rekordbeteiligung hoffen. Dass später von einigen Lizenzrennen trotz bestem Wetters viele Fahrer zu Hause blieben und wir mit Hobbies und Kindern 98 Teilnehmer zählen durften, ist immer noch eine Rekordbeteiligung aber angesichts des Aufwandes etwas enttäuschend.

Wer gemeldet war und ohne wirklich triftigen Grund fern geblieben ist, sollte sich auch überlegen, dass er seinen Sportfreunden das Rennen und Meisterschaftschancen zerstört. Manchmal ist schon das Dabeisein wichtig, auch wenn die eigenen Chancen sich mal in Grenzen halten.

Die Unterstützung unseres Landesverbandes hatte sich auf die Erläuterung der Organisationsaufgaben und tadellose Kampfrichterarbeit beschränken müssen. Die LVM-Medaillen brachte uns dankenswerter Weise ein Sportler-Papa mit.

Vereinsintern ist über breitere Beteiligung an den vielfältigen Aufgaben zu reden - wie wohl überall.

 

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