Im April steht traditionell die
Spreewald RTF auch beim RSV Bautzen im Plan. Etwas gepokert wird immer
um die Strecke: Man soll sich rechtzeitig unter Ungewissheit der
Bedingungen für eine entscheiden und sich anmelden. Lange Strecken bei
Regen und Kälte sind nicht Jedermanns Freude und auch nicht so
preisgünstig. Bei Traumwetter ist das Erlebnis den Aufwand aber immer
wert. Eine faire und bewährte Strategie für Kleingruppen ist es, eine
Mittelstrecke zu buchen und den Zufall spielen zu lassen. Mitunter
übersieht man eine Kennzeichnung. Für uns waren heuer die Startplätze in
Burg schon belegt, also kam noch Lübbenau in Frage.
Die Wetterprognose für den Samstag dann gab Sonne und 20 Grad her. Beim
RSV hatten allerdings verschiedene Parallelthemen wie Arbeit,
MTB-Rennen, Gebrechen und Unlust
den Interessentenkreis auf nur sechs dezimiert. Zwei Pörschies
hatten sich die 110-er vorgenommen und waren aus Zeitgründen sehr bald
losgefahren los um nach der Tour schnell wieder heim zu sein. Die vier
Businsassen redeten der einzigen sportlichen Frau noch etwas Mut zu um
die gleiche Strecke unter die Räder zu nehmen. Wenn es ganz schlecht
liefe gäbe es ja noch Notausgänge und gemach zu fahren hatten wir ja
sowieso vor. Diese Überzeugungsarbeit gelang; nach dem üblichen
Prozedere um Nummern und Gerät ging es 9 Uhr einem Pulk folgend los am
Groß-UW Ragow vorbei in Richtung Lübben. Dort gibt es so starke
elektrische Felder, daß diese Marinas Garmin gestört haben, und wir uns
noch mit dem verstellten Radcomputer befassen mussten, bis der zeigte
was er soll.
Die Wetterprognose hatte ab Mittag Sonne und 20 ºC versprochen. Bei früh noch 9 ºC gehen die Leute verschieden mit der Differenz um. D. h. manche frieren früh, andere schwitzen Mittag.
Wir erreichten bald den früheren Startort in Lübben und strebten nach einen Stück B 87 nordwärts zur Streckenvereinigung und zur
Verpflegungsstelle Gröditsch.
Diese Labe war übervoll. Aber unser Gemach-Versprechen zwang
ja schon zum Stopp.
Zweite Rast in Straupitz am Hafen
Die zweite Station ist für die Fahrer mit Ziel in Burg nicht mehr
zwingend. Für uns schon. Schon wegen der Plinse. Ich hoffte, meine lose
Startnummer wieder ordentlich fest zu bekommen, der Christian laborierte
mit einem kritisch nach innen verbogenen Schaltauge. Also in jedem Falle
Stopp in Straupitz, auch wenn ich das Gelände noch nie so voll gesehen
habe! 500 Leute waren wenigstens dort. Trotzdem gingen
Verpflegungsausgabe und Nummernbefestigung Radnachbesserung recht
schnell über die Bühne. Die Plinse sind immer eine schöne Leckerei und
ein Kaffee zum Kuchen nie kein Fehler.
Schlechte Erkenntnis: Das neue Langarmtrikot ist zu dick für die
Trikottaschen des kurzen. Also das auch noch anbehalten und schwitzen. Das
nächste Mal anders kombinieren.
Das folgende schmale Stück bis Burg muss man wegen des Verkehrs gelassen
nehmen, danach wird es lockerer. In Klein-Klessow war zu entscheiden
direkt auf grün nach Lübbenau – ca. 100 km- oder original noch über
Calau zu fahren. Eins zu drei für Christian.
Der hatte jetzt mal freie Fahrt und fand noch mehr oder weniger gut
rollende Mitfahrer durch Calau.
Ich führte meine Begleiter über etwas wurzlige Wege und stellte zu
meinem Frust fest, dass sich in Lübbenau eine Extraschleife nötig
machte, um die Zahl rund zu machen. Die Erkenntnis fürs Jubiläum 2027.
Am Ziel in der Sonne und bei bleifreien Getränken gab
es die Gurken von den Trachtenmädels überreicht. Der Christian kam nach
20 Minuten herzu und war 116 km gefahren. In Summe sind wir 6 Bautzener
678 km gerollt.
Eine letzte Labe mit Getränk, Spreewaldgurken und
einem halben Kilo Sauerkraut sind wohltuend. Wie sich das mit späterem
stille sitzen im Zuschauerraum einer Sporthalle verträgt, muss beim Frank
erfragt werden. ;-)
Immer schön zu sehen ist, wie die Spreewälder den
Rummel gelassen ertragen. Rücksicht der Autofahrer und kein nervöses
Drängeln gab es da, wenn einer hupte war der woanders her.
Es ist halt so wenn über drei Tage und viele
Sportarten rund 15 000 Leute unterwegs sind. Das füllt ja auch die
Kassen und macht richtig Arbeit für viele Helfer. Wir danken Euch sehr.
Ein paar eigene Bilder zur 110-er Runde liegen hier. Den Fotodienst zur Tour gibt es vermutlich bald hier.