Am ersten Juliwochenende bietet der Lausitzer Sportevents e.V. das 6.
Event des Jahres an; die Lausitzer Seenland 100 über zwei Tage mit
gefühlten 100 Sportarten vom Laufen, Wassersport über Tanzen bis zum
Radfahren. Uns steht der Sinn mehr nach letzterem.
Unter Einbeziehung der körperlichen Verfassung kamen für den nach
Ausfällen verbliebenen Rest der RTF-Affinen die
Strecken zwischen 70 und 201 km in Frage.
Im Bus saßen früh eine einzige selbstbewusste Frau und 5 Herren die sich
an dem Startpunkt am Hafen in Großräschen auf 4 Strecken aufteilen
wollten. Logistisch ist das suboptimal. Am Startort war ein Treff mit
Ullrichs (RSV- Bezug über Richard) vorgesehen. Weil die beiden die
110-er-Runde vorgesehen hatten, kam es zu dieser Aufteilung: Die zwei
Damen, Ingo und ich familiär über die 110, Christian und Frank über die
150 und Daniel und Alex über die Marathonstrecke. Das würde für die 8
Uhr startenden Weitfahrer eine Ankunft nach 7 h so gegen 14 Uhr
bedeuten. Wer kürzer fährt ist eher da und muss sich länger erholen.
Heimfahrt so gegen 14:30 Uhr, danach erst angesagter Regen und abends
noch Nachtdienst und Feierlichkeiten. Also, die Weitfahrer sofort 8 Uhr
los, die anderen bald danach, so der Plan.
Das hat wirklich fast funktioniert. Meine Startnummer war nur
zwischendurch mal unglücklich verlegt. 8:40 Uhr ging es für unseren
Vierer wirklich los, bei straffem Westwind und angenehmer Temperatur
ganz gut südöstlich den Seeufern folgend bis
Lieske. Dort begann nach etwas Cross durch eine Baustelle die erste
Gegenwindstrecke.
Erster Stopp für alle in
Tätzschwitz
Die Tourteilung am gemütlichen ersten Verpflegungspunkt verschaffte dem
Gemach-Vierer wieder Vorsprung vor den schnelleren, denen eine
Bonusrunde ostwärts bis Burghammer zugedacht war. Wir gingen also den
nächsten Abschnitt nach Schipkau ruhig an. Zum schnell fahren, war
dieser etwas winklige und mit einigen Wurzelhebungen garnierte Abschnitt
auch nicht gebaut. Eine RTF ist ja kein Rennen und Ingo und ich
sollten ja auch Windschattengeber sein. Wie sich wieder zeigte, ist der
Windschatten aber unsichtbar und immer unterschiedlich lang. Besonders
im Gegenwind. Bei Ruhland gab es einen Knick nach Norden und es rollte
wieder gut zum zweiten Punkt Schipkau. Dort konnte bei erstklassiger
Verpflegung und Lifemusik die Notvariante (70 km) endgültig vom Tisch
gewischt werden. Soweit nach Westen sollte es ja nicht mehr gehen und
die 10 km leicht bergauf kannten Ullrichs ja schon. Also dann mal ran und
vorbei an der Wahnsinnsbaustelle eines neuartigen
Super-Windrades mit
300 m Nabenhöhe. Ein Inbegriff
des teuren Irrsinns. Der weitere Anstieg im Gegenwind war das anspruchsvollste
des Tages, machte aber auch Spaß. Unsere Gruppe aus dort etwa 10 Leuten zerbröselte zeitweilig
etwas. Also oben warten, die Verluste einsammeln. Nach Norden führte uns der Weiterweg zur
legendären F60, der seinerzeit größten beweglichen Arbeitsmaschine der
Welt. Die gewaltige Förderbrücke steht am ehemaligen Grubenrand und man kommt dort nicht ohne
Fotostopp vorbei.
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Der Weiterweg aus der Grube hoch war leicht zu fahren und die
verbleibenden Kilometer zählten
inzwischen gut runter. Wir genossen die Bergabfahrt
über Poley noch einmal nach Schipkau
zur Labe Musik. Das uns dabei Daniel und Alex zügig überholten war kein
Problem, die hatten ja noch eine Nordschleife vor sich. Wir konnten ja
ab der letzten Labe die 12 km heimtrödeln
Das Doppelbuffet in Schipkau, jetzt Stopp , mit dem freundlichem Personal, war immer noch bestens bestückt.
Alles da. Softeis und Nudeln, in dieser
Reihenfolge eine Premiere für mich, waren bekömmlich.
Erstaunlich, da bei unserer Abfahrt der Daniel wieder da war.
Passungsprobleme die der Reparatur eines Vorderradschadens bremsten die
beiden einige Zeit aus. Das führte später dazu, dass die beiden die
letzte Schleife wegließen und ab Freienhufen das Ziel direkt
ansteuerten. Der pünktliche Dienstbeginn sollte gewährleistet bleiben.
War aber nicht. Die beiden 150-er hatten den Abzweig zum Ziel übersehen
und so eben diese Schleife als Bonus erhalten. Weil davor schon beider
Zeitplan durch den spektakulären Abflug eines Begleiters gestört war,
standen wir am Ziel nun unter Spannung. Der Alex bekam Kontakt zu den
Bonusfahren und musste nun bei seinem Chef seine Verspätung zum Dienst
anmelden.
Die Zusatzpause am
Ziel in der Sonne und bei bleifreien Getränken und Bratwurst war
erträglich. Die unerwarteten Weitfahrer kamen 16:08 Uhr an waren ohne
Bratwurst recht leer aber hoch zufrieden mit sich.