Berichte

Die Lausitzer Seeland 100 hatten 2026 interessante Streckenvarianten im Angebot

Geschrieben von Peter Hirsch, 5. Juli 2026

Im Seenland zwischen Südbrandenburg und Sachsen unterwegs

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  Am ersten Juliwochenende bietet der Lausitzer Sportevents e.V. das 6. Event des Jahres an; die Lausitzer Seenland 100 über zwei Tage mit gefühlten 100 Sportarten vom Laufen, Wassersport über Tanzen bis zum Radfahren. Uns steht der Sinn mehr nach letzterem.

Unter Einbeziehung der körperlichen Verfassung kamen für den nach Ausfällen verbliebenen Rest der RTF-Affinen die Strecken zwischen 70 und 201 km in Frage.

Im Bus saßen früh eine einzige selbstbewusste Frau und 5 Herren die sich an dem Startpunkt am Hafen in Großräschen auf 4 Strecken aufteilen wollten. Logistisch ist das suboptimal. Am Startort war ein Treff mit Ullrichs (RSV- Bezug über Richard) vorgesehen. Weil die beiden die 110-er-Runde vorgesehen hatten, kam es zu dieser Aufteilung: Die zwei Damen, Ingo und ich familiär über die 110, Christian und Frank über die 150 und Daniel und Alex über die Marathonstrecke. Das würde für die 8 Uhr startenden Weitfahrer eine Ankunft nach 7 h so gegen 14 Uhr bedeuten. Wer kürzer fährt ist eher da und muss sich länger erholen. Heimfahrt so gegen 14:30 Uhr, danach erst angesagter Regen und abends noch Nachtdienst und Feierlichkeiten. Also, die Weitfahrer sofort 8 Uhr los, die anderen bald danach, so der Plan.

Das hat wirklich fast funktioniert. Meine Startnummer war nur zwischendurch mal unglücklich verlegt. 8:40 Uhr ging es für unseren Vierer wirklich los, bei straffem Westwind und angenehmer Temperatur ganz gut südöstlich den Seeufern folgend bis Lieske. Dort begann nach etwas Cross durch eine Baustelle die erste Gegenwindstrecke.

Erster Stopp für alle  in Tätzschwitz

Die Tourteilung am gemütlichen ersten Verpflegungspunkt verschaffte dem Gemach-Vierer wieder Vorsprung vor den schnelleren, denen eine Bonusrunde ostwärts bis Burghammer zugedacht war. Wir gingen also den nächsten Abschnitt nach Schipkau ruhig an. Zum schnell fahren, war dieser etwas winklige und mit einigen Wurzelhebungen garnierte Abschnitt auch nicht gebaut. Eine RTF ist ja kein Rennen und Ingo und ich sollten ja auch Windschattengeber sein. Wie sich wieder zeigte, ist der Windschatten aber unsichtbar und immer unterschiedlich lang. Besonders im Gegenwind. Bei Ruhland gab es einen Knick nach Norden und es rollte wieder gut zum zweiten Punkt Schipkau. Dort konnte bei erstklassiger Verpflegung und Lifemusik die Notvariante (70 km) endgültig vom Tisch gewischt werden. Soweit nach Westen sollte es ja nicht mehr gehen und die 10 km leicht bergauf kannten Ullrichs ja schon. Also dann mal ran und vorbei an der Wahnsinnsbaustelle eines neuartigen Super-Windrades mit 300 m Nabenhöhe. Ein Inbegriff des teuren Irrsinns. Der weitere Anstieg im Gegenwind war das anspruchsvollste des Tages, machte aber auch Spaß. Unsere Gruppe aus dort etwa 10 Leuten zerbröselte zeitweilig etwas. Also oben warten, die Verluste einsammeln. Nach Norden führte uns der Weiterweg zur legendären F60, der seinerzeit größten beweglichen Arbeitsmaschine der Welt. Die gewaltige Förderbrücke steht am ehemaligen Grubenrand und man kommt dort nicht ohne Fotostopp vorbei.

 

 

Der Weiterweg aus der Grube hoch war leicht zu fahren und die verbleibenden Kilometer zählten  inzwischen gut runter. Wir genossen die Bergabfahrt  über Poley noch einmal nach  Schipkau zur Labe Musik. Das uns dabei Daniel und Alex zügig überholten war kein Problem, die hatten ja noch eine Nordschleife vor sich. Wir konnten ja ab der letzten Labe die 12 km heimtrödeln.

Das Doppelbuffet in Schipkau, jetzt Stopp , mit dem freundlichem Personal, war immer noch bestens bestückt. Alles da. Softeis und Nudeln, in dieser Reihenfolge eine Premiere für mich, waren bekömmlich.

Erstaunlich, da bei unserer Abfahrt der Daniel wieder da war. Passungsprobleme die der Reparatur eines Vorderradschadens bremsten die beiden einige Zeit aus. Das führte später dazu, dass die beiden die letzte Schleife wegließen und ab Freienhufen das Ziel direkt ansteuerten. Der pünktliche Dienstbeginn sollte gewährleistet bleiben.

War aber nicht. Die beiden 150-er hatten den Abzweig zum Ziel übersehen und so eben diese Schleife als Bonus erhalten. Weil davor schon beider Zeitplan durch den spektakulären Abflug eines Begleiters gestört war, standen wir am Ziel nun unter Spannung. Der Alex bekam Kontakt zu den Bonusfahren und musste nun bei seinem Chef seine Verspätung zum Dienst anmelden.

 

Die Zusatzpause am Ziel in der Sonne und bei bleifreien Getränken und Bratwurst war erträglich. Die unerwarteten Weitfahrer kamen 16:08 Uhr an waren ohne Bratwurst recht leer aber hoch zufrieden mit sich.

Schnell ins Auto und mit den ersten Regentropfen die Türen zu. In Summe sind wir acht Bautzener 1158 km gerollt. Über den Verlauf der anschließenden Feier bzw. den Dienst ist wenig überliefert.