Nachdem einige unserer der Schülerfahrer U13 und U15 das Trainingslager nach Ostern bei kühlem Wetter wahrnahmen, gab es die Planung in der ersten Sommerferienwoche eine knappe Woche mit einer guten Handvoll Schüler und zwei Betreuern wieder im Zittauer Raum mit Rädern und auch zu Fuß unterwegs zu sein. Leider häuften sich Terminkollisionen mit privaten Plänen und Unlustanfälle bei einigen der fest eingeplanten Teilnehmer. Am Ende gab es noch eine Minitruppe von 2 Schülern und 2 Betreuern. Eine Austragung hätte den Sinn der Teambildung nicht erfüllen können und wäre unwirtschaftlich gewesen. Die Absage unsererseits war die Folge. Für die verbliebenen Teilnehmer sehr traurig. Tageweise Aktionen in der Heimat kamen ins Gespräch. Mit zeitweilig drei Betreuern konnte diesem Anspruch gut entsprochen werden.
Zu dieser Runde trafen sich Arne und Peter
am Montag kurz nach 10 Uhr in
Wurschen. Die gemeinsame Fahrt über die S111 nach Weißenberg, und weiter
südlich der A4 über Buchholz, Melaune, nach Thiemendorf, wo der Anstieg
über die Berggruppe wartet. Die 100 Höhenmeter durch den Wald sind
schattig und im Sommer angenehm. Wegen noch müden Beinen vom Vortag war
die weitere Auffahrt zum Hochsteinturm schnell auszureden.
Rennradfahrt
RR
52 km,
473 hm, 2:12 h
Die Idee die historischen Löbauer Bergfahrstrecken gleich hintereinander zu besuchen war uns am Vortag gekommen. Die Straße zum Sohländer Rotstein ist vor wenigen Jahren erneuert worden. Deshalb war auch das Löbauer Bergfahren vom eigenen Berg mit dem Gußeisernen dorthin umgezogen. Beide Berge sind um die 450 m hoch und die Auffahrten haben ihren Reiz, den man dem Nachwuchs und dem Alex zeigen sollte.
Zur Anreise nach Löbau wurde unser Bus bemüht und in Löbau Humboldtweg abgestellt. Unsere 5-er Gruppe suchte zunächst nördlich der B6 ihren Weg ostwärts durch das ehemalige Offiziersschulgelände, Geogewitz und Buschmühle nach Rosenhain und Dolgowitz. Dort begann am Wanderparkplatz die Auffahrt zum Rotstein. Die ist zunächst recht gleichmäßig mit 7 bis 10 % Steigung bis zum holzverkleideten Sendeturm. Ab da wird es angenehmer und man wird durch ein paar Wellen wieder schneller. Oben erwartet den Bergfahrer ein leider seit Corona geschlossenes Hotel. Ein Gitterturm bietet rundherum gute Aussicht. Z. B. zum Löbauer Berg, dem nächsten Ziel.
Natürlich ist die Abfahrt vom Rotstein nach Dolgowitz eine Freude vor der allerdings die Ermahnung zum Gehirn einschalten stand. Weiter ging es bergab nach Bischdorf und Herwigsdorf mit seiner ewigen Straßenbaustelle. Dort zweigt die Staße nach rechts über den endlosen Galgenberg nach Ebersdorf ab, von der wiederum an einer Waldkante nach rechts die Auffahrt in den Sattel des Löbauer Berges abzweigt. Diese Auffahrt mit Asphalt aus der Kaiserzeit ist ein starker Kontrast zum Rotstein, rumplig und oben steiler werdend. Das zog unserem Benni etwas den Nerv und die Kette vom Blatt. Papa Alex fuhr es richten. Im Sattel wird nach links abwärts abgebogen. Da wird noch einmal Schwung. Anfängern sagt man besser nichts über die Schlusssteigung. Die hat gefühlt 2x % Steigung. Wohl alle schalten dort bis zum Ersten runter. Der Benni war inzwischen wieder erholt und wickelte sich wacker die letzte Rampe hoch. Zwei Schnaufrunden um den Platz und der Turmbesteigung stand nur noch das Drehkreuz als Kopfarbeit im Wege. Das war auch zu bezwingen bevor das Mittagsmahl bestellt und pausiert werden konnte.
Die Abfahrt nach Löbau hielt keine Schwierigkeiten mehr bereit. Der Buskutscher entferne sich und holte den Wagen die vier anderen nahmen den Weg über Eiserode nach Rodewitz per Rad in Angriff, wo die Steinigtwolmsdorfer nach 47 bergigen Kilometern wieder zusteigen konnten.
Bergtraining
mit dem RR:
ca. 47 km RR,
2h:16
min., 780 m Anstieg
Zu dieser terminlich länger so vereinbarten Fahrt stießen auch Niklas Schneider samt seinem Papa, Johan Melde und die Marina zu uns.
Damit war der Bus übervoll und ein PKW-Einsatz von Nöten. Es war klar, daß sich die MTB-Fähigkeiten sehr unterscheiden und verschiedenen Strecken mit unterschiedlichem Elan angegangen werden würden.
Marina war von mir nur zu leichtem Trail zu überreden, alle anderen hatten mehr vor.
Was wir nicht so auf dem Schirm hatten, war, daß das Riesengebirge kein Karnickelsand ist und das Regenwasser lange auf den Strecken stehen bleibt.
Alle 20 Meter eine wegbreite Pfütze machte nicht allen wirklich Spaß. U. a. die Marina war bald bedient.
Wir suchten uns den blauen Anfängertrail am Norden des Gebietes. Allerdings war diese Strecke im abschnittsweisen Neubau, schlammig und daher auch nicht durchweg eine Freude, war zu hören.
Nach 19 km, auch mit Erdung, waren wir wieder am Ausgangspunkt Campinglatz und haben uns nach der Radwäsche eine Stärkung in der Sonne gegönnt und danach angeschaut wie ein böhmisches Trainingslager aussieht. Mit etwa 30 Jungs und 15 Mädchen. Alle ansehnlich.
Die Weiterfahrer kamen bald nach unserer Mahlzeit etwas separiert und gut mit Pampe paniert, teils müde aber in bester Stimmung vom Riesenfass herzu.
Reinigung und einpacken der Räder waren bald angesagt.
Tagesleistung mit MTB ca. 29 km Gelände, 2h:25 min., 547 m Anstieg
Zu dieser Runde sind Arne und ich im Bus nach Steinigtwolmsdorf gefahren. Die Fuhre begann dann zu viert am Valtenbergblick. Zunächst südlich aufwärts über das Oberdorf (Grenze) nach Severni, weiter dem Wasser folgend nach Lobendava auf die TdZ-Runde bis Dolni Pustevka zum ersten wirklichen Berg. Der war mühsam. Der Rückenwind half aber eine Zeit. Eile war nicht angesagt und etwas Aufmunterung für den Benni eingeplant.
Kurz vor Rumburk zeigt mir die Uhr Eile an, wenn ich vor 12 Uhr in der Touristinformation sein wollte. Das Anmelden war gerade so zu schaffen. Am Kulturhaus isst man gut, günstig und reichlich. Das machte uns in der nächsten Stunde an den folgenden Anstiegen zur Tankstelle und am Wasserhäusel in Georgswalde nicht schneller. So langsam hatte der Benni zu leiden. Der Dampf war raus und Marscherleichterung zu suchen. Die kam in Form von Tempodrosselung, einer Tube und schließlich der schattigen Umgehung des Annaberges über Röhrsdorf nach Severni und heim.
Auf der Rückfahrt war noch Beim Christian der Bus abzugeben. Das war Gelegenheit den Arne am Schönberger Pass weit oben auszuladen, damit der Schwung weit reichen möge. Das hat geholfen. Ein 90-er mit drei Unterbrechungen war es für Arne.
Und Freitag war dann aber Ruhetag.
Tagesleistung mit RR ca. 69 km, 3h:25 min., 900 m Anstieg
Es bleibt schade, daß kein gemeinsames Trainingslager zustande kam. Die verbliebenen Teilnehmer haben aber das Beste aus der Situation gemacht und sind in 11,5 h etwa 226 km gemeinsam gefahren, Rennrad und MTB.
Auch ohne gemeinsamen Tisch früh und abends in einem Quartier konnte jeder schöne Erlebnisse mit nehmen, das i-Tüpfelchen - die Abendbeschäftigung - fehlte aber.
Die Zukunft wird zeigen, ob sich im RSV wieder mehr Kompromissbereitschaft durchsetzt, die nötig ist künftige Trainingsaufenthalte in einem Quartier ermöglichen, von dem man direkt gemeinsam starten kann.